guzziharry

Status: Offline Registriert seit: 29.05.2011 Beiträge: 89 Nachricht senden | Erstellt am 23.10.2011 - 17:52 |  |
Hallo alle zusammen!
Nach knapp 5 Monaten und Kilometerstand 11700 ist es Zeit für eine kleine Zwischenbilanz:
Im Juni diesen Jahres habe ich mir eine „neue“ Stelvio NTX geholt. Neu in Anführungszeichen, da sie letztes Jahr von April bis August beim Händler bis zur ersten Inspektion bei 1500km zugelassen war und laut Nr. im Fahrzeugschein im Juli 2009 produziert wurde.
Guzzi-Erfahrung ist einigermaßen vorhanden – eine 1987 neu gekaufte T5 läuft heute noch als Gespann, ein neue Quota habe ich von 1994 an in 4 Jahren 80tkm gefahren, außerdem ist noch eine komplett umgebaute LeMans 2 da und auch zu den kleinen habe ich schon einen Ausflug gemacht plus diverses anderes zwischendurch und für den Winter gehabt.
Von daher sollte mich ja eigentlich nichts mehr erschüttern.
Nach jetzt 10tkm auf den Stelvio will ich hier mal meine Erfahrungen und Eindrücke schildern:
Abgeholt habe ich sie im nördlichen Teil Schwabens unserer weiß-blauen Nachbarn. Die Heimfahrt war einfach klasse und ich habe mir so gedacht: Hier drehst du einfach und es kommt Leistung ohne Ende und bei deiner alten LeMans hast du jedes PS mühsam gesucht.
Ich fand und finde das Fahrverhalten einfach klasse. Von einem Drehmomentloch war und ist für mich nichts zu spüren und das Fahrwerk ist alleine beim heizen, mit Gepäck auf Tour und zu zweit klasse. Meine beste Sozia von allen ist ebenfalls super zufrieden mit Platz, Fahrverhalten und Mitnahmemöglichkeiten.
Die richtigen anstelle der monierten falschen Fußrasten der S brauchten auch nur knapp 8 Wochen zu mir nach Hause.
Ansonsten war fahren, fahren, fahren angesagt. Ein nicht ganz so weit hinten und trotzdem soziustauglich montierter Träger für ein Maxia-Topcase wurde selbst gebastelt, Strom für das Navi nach vorne gelegt und rechts eine 2l-Reservekanister wegen des nur 18-Liter großen Tanks montiert. Einen Mistral-Endtopf mit Kat habe ich dann auch noch bekommen.
Normale Fahrten zur Arbeit, ein Tourenwettbewerb durch große Teile Sachsens und ein zu kurzer Urlaub zu zweit in Kärnten und Friaul waren sommerfüllend. Ölverbrauch war nicht feststellbar, die serienmäßigen NTX-Koffer (dicht) sorgten zusammen mit dem Topcase und einem Kahedo-Tankrucksack, den ich schon mal auf einer Kuh hatte, für ausreichend Stauraum. Der Verbrauch pendelte zwischen gut 5,5 Liter (selten) und Anfang 7 Liter – meistens so bei gut 6,5 Litern. Die sowieso schon schwachbrüstige Hupe wurde zusehends noch ärmlicher – für den Winter liegen mittlerweile 2 Fiamms in der Garage.
Dann standen Frankreich und die Pyrenäen an. Bei 7400km die Tourance gewechselt, da ich denen Südfrankreich und den dortigen Rubbelasphalt nicht mehr zutraute. Montiert wurden die neuen und vielfach über den grünen Klee gelobten neuen Dunlop Trailmax.
Bei der Anfahrt nach Frankreich gab es bis zum Grenzübergang (selbstverständlich nur wo erlaubt) Tiefflug. Ab 180 wurde die Stelvio mit den Trailmax bei montiertem Topcase und Tankrucksack etwas unruhig. Dies hat sich mittlerweile mit gestiegener Fahrleistung der Trailmax gegeben. Da gingen dann auch etwas mehr als 7,5 Liter pro 100km durch. Ansonsten alles in Ordnung, super Straßen und nichts los in den Pyrenäen und ein Traumwetter. Zudem war keinerlei Vorsprung meiner Kumpels zu erkennen, die samt und sonders mit GS unterwegs waren.
Was will man mehr? Sicherlich nicht ein nur auf der linken Seite erst sporadisch und dann immer regelmäßiger lauter werdendes Mopped. Erste Diagnose auf den Erfahrungen aus dem Stelvioforum gründend: dann hast Du wohl auch das Problem mit der Kipphebelwelle. Nach den Erfahrungen aus dem Stelvioforum aber geeignet zum Weiter- und Nachhausefahren – also auch so gemacht.
Auf der Rückfahrt kurz nach Lyon Tankpause und ich will die frisch aufgetankte Stelvio vor dem Kassengebäude auf den Hauptständer stellen. Angesetzt, auf den Ausleger getreten und gezogen und es macht knack, die Fuhre saust völlig überraschend nach unten, aus dem Gleichgewicht von mir weg und fällt um. Der Hauptständer war direkt unterhalb der Quertraverse gebrochen. Sturzbügel verschrammt, Bremshebel verbogen, Handprotektor angeditscht und Fussraste verkratzt – toll. Noch toller könnt ihr euch die Kommentare meiner GS-Treiber vorstellen.
Anfang der Woche drauf nach Hainburg zur Fa. Löber (Guzzi-Vertragshändler). Dort hatte ich schon vor dem Frankreichurlaub wegen der 10tkm-Inspektion angefragt. Jetzt stand aber ein Garantieschaden an und ich muss sagen, dass die Firma Löber das anstandslos und sauber erledigt hat, obwohl meine Stelvio ja nicht von dort stammt.
Der Chef hörte sich auch den Lärm auf der linken Motorseite an, tippte statt der Kipphebel- aber eher auf die Nockenwelle. Dies wird die Inspektion ja zeigen.
Garantieantrag für alle nach dem Umfaller defekten Teile wurde gestellt. Die Zusage und alle Teile bis auf den Sturzbügel (der soll jetzt Anfang November kommen) waren innerhalb weniger Tage da.
Also die Stelvio zur Reparatur und Inspektion hingebracht. Dann Anruf von der Werkstatt: Nockenwelle und Stößeltassen sind links hinüber. Dauerte noch mal 6 Tage und seit dem letzten Montag habe ich sie jetzt wieder.
Die Abwicklung der beiden Garantiefälle ging ohne Murren und flott über die Bühne – sowohl und gerade von der Werkstatt wie auch von Guzzi.
Ich frage mich aber, wie man hier eigentlich noch mit einer solchen Qualität Geld verdienen will. Es kann sich ja jeder mal die Preise von Hauptständer, Fussbremshebel, Fussraste, Sturzbügel, Handprotektor, Nockenwelle und Stößeltassen zusammenrechnen. Die Kalkulation der Arbeitszeit der Werkstatt, die ja wohl schlechter als von Privatkunden aber nichts desto trotz auch von Guzzi bezahlt werden muss kommt noch hinzu.
In Mandello dürfte dann für meine Stelvio ein Minusbetrag im Ergebnis stehen.
Bei meinen früheren Schätzchen ist mal ein Anlasser abgeraucht, sind Anschlüsse locker geworden oder die Elektrik hat ein Eigenleben geführt – alles mit wesentlich weniger Aufwand machbar gewesen.
Sicherlich haben andere und auch gerade der deutsche Marktführer ebenfalls Probleme und zahlreiche, längst nicht immer veröffentlichte Rückrufe durchzustehen.
Bei Guzzi dachte ich allerdings, nach der intensiven Betrachtung nicht nur meiner Stelvio, dass Luigi etwas dazugelernt hat. Gerade der Bruch des Hauptständers hat mit da aber eines besseren belehrt – so etwas darf einfach nicht passieren und wenn wahrscheinlich hier schon beim schweißen ein Loch hineingebrannt wurde, warum soll man sicher sein, dass dies nicht an fahrwerkstechnisch wichtigeren Stellen passiert.
Ab nächste Woche läuft das Wintermopped – Zeit die Stelvio zu strippen und nach möglichst vielen Eventualitäten selbst zu schauen. Es hat sich nichts geändert…………….ich bin aber trotzdem nicht von Guzzi weg zu bekommen.
Tschüß
Harald
http://www.bilder-hochladen.net/files/i … pg-nb.html
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Signatur Harald
-aus der wahren Mitte
Deutschlands: HESSEN - |
hasibutz 

Status: Offline Registriert seit: 18.05.2009 Beiträge: 1645 Nachricht senden | Erstellt am 23.10.2011 - 18:23 |  |
Das ist halt das Problem: es muss alles billig sein. Und wenn dann nicht BMW dahintersteht, die einen Zulieferer, der Sch*** baut, kaputtmachen können, sondern ein Kleinserienhersteller, dann ist das für den Lieferanten folgenlos.
Wobei BMW auch schon einiges an Geld hinter den Motorrädern hergeschoben hat. Getriebe, Ringantennen, Kupplungen, Motoren,...
Der Ständer ist ein wenig unterdimensioniert, der ist bei mir auch etwas "federnd". Da er rostet, wird er halt demnächst abgebaut und dann sehen wir mal.
Signatur Grüßle
Carsten
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