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Schwarzes Meer Teil 6 und Ende
#1
Hallo zusammen,

nach der Krim wollten wir weiter zu einem Grenzübergang. Laut Internet ein internationaler Grenzübergang. Spätnachmittig vor der Kontollstelle gewesen und "Pustekuchen". Reden half nichts, wir mussten zurück. An der M4 Hotel gesucht und am nächsten Tag weiter nach Belgorod. Aber irgendwas lief schief. Hotel zur Autobahn nur 100 m quer über einen steinigen Parkplatz. Irgendwann fühlte sich das Fahrenn komisch an. Unrund und laut. Konnte erst nach einigen Km anhalten und da war der Hinterreifen komplett platt. Ausrisse an den Flanken nund buchstäblich hingen die Fetzen weg. Irgendwas hatte den Reifen aufgeschlitzt. Gerd war voraus, angerufen und er konnte umdrehen und zurückkommen. Ein paar hundert weiter waren ein paar Werkstätten. Diese 500 m Fahrt waren die Hölle. Ohne Sturz geschafft und standen vor einigen Reifenwerkstätten. Leider allenur LKw. Kurzer Hand Rad ausgebaut, Fahrer organisiert und zurück 75 km nach Rostov. Hondahändler hatte einen Reifen passender Größe, Avon Rider. Montiert und zurück zum Moped. Fahrer 30€ bezahlt, Rad eingebaut und nach 4 Std ging es weiter. wieder einmal die Hilfsbereitschaft einiger Leute wirklich genial.
Bei Belgorod am nächsten Tag über die Grenze Russland- Ukraine. 2 Std Prozedere und durch. weiterfahrt lohnte sich gegen 1900 nicht und somit am nächsten Tag an der Dnepr entlang in Richtung Kiev. eine wunderschöne Landschaft, auf den Nebenstraßen null Verkehr. Straße in gutem Zustand und da machte es richtig Spaß, durch riesige Sonnenblumenfelder zufahren. Km für Km nur Sonnenblumen und Getreide. Kornkammer der UA.
Angehalten und im Navi Hotel gesucht. Plötzlich ein Autofahrer quer über die Straße und will uns helfen. Der Hotelempfehlung gefolgt und an neinem tollen Platz mit Liegewiese, Badeplatz gleich 2 Tage geblieben.
An Kiev vorbei durch den Außenring und weiter in Richtung Lemberg. Mittenn in einem Waldcamping eine Hütte bezogen und eine Nacht verbracht. Nächsten Tag zur Tankstelle 10 km weiter. Dann ging nichts mehr. Radlager defekt rechts. was tun? Nächst größere Stadt mit ca 100.000 Einwohner 70 km zurück. Wir auf die schnellstraße und mit 60, 70 am Standstreifen und wackelndem Moped zur Stadt. An Hauptstraße angehalten und ADAC wegen Motorradhändler angerufen. ADAC wollte oder konnte nicht helfen. Wie der Zufall so will, gegenüber eine Mercedes Werkstatt. Gerd dorthin und um Hilfe gebeten. Ich von meinem Händler Lagerdaten bekommen. Verkäufer bei Mercedes veruchte alles, um Lagerhändler zu finden. Keine Chance. Also bestellte er die beiden Lager. Genau nebendran zufälig ein Hotel, wir für zwei Nächte Zimmer genommen. Am nächsten Tag gegen Mittag beide Lager da und auch einen Tipp, wo wir einen Mechaniker finden. Gleich Treffpunkt ausgemacht und den einzigern Motorradmechaniker in dieser Stadt hat uns geholfen. Gibt nur rund 100 Bikes dort. Mehrere Harley, 1 Guzzi, 3 BMW und der Rest Altbestand von Ural, Jawa usw. Lager zierte sich beim Ausbau, aber nach 2 Std alles gut. 10€ wollte er dafür. War sprachlos. Lager kosteten übrigens beide 12€.
da es spät war, blieben wir die 2 Nacht da.
Die nächsten Tage ging es über Polen, Tschechien, Polen (Grenzstreifen entlang) zum letztenn gemeinsamen Hotel. Dort zum Abschied nochmal richtig gut gegessen und a paar Glaserl Wein geleert.
Nächsten Morgen ohne viel Worte bin ich dann weiter durch CZ durch über phantastische Kurvenstrecken nach Niederbayern. 538 km reichten und ein Bett habe ich auch gefunden. Um 0730 los und mit herrlichem Sonnenwetter zurück in meine Heimat.
Fazit: jederzeit wieder. Allein wegen der herrlichen Landschaft, einmaligen Sehenwürdigkeiten, den vielen freundlichen und hilfsbereiten Menschen. das dies nicht nur wir erleben, steht auch von einer alleinreisenden Frau in Motorrad Abenteuer Juli August.
Kurze Statistik:
15812 Gesamtkm für die gesamte Tour.   Elfe hat nun 258438 km insgesamt.
3 Umfaller mit 2 kaputten Blinkergläsern, 1 Bremshebel
1 kaputten Reifen, 2 kaputte Radlager vorn.
Ansonsten bei beiden alle Knochen heil
Im September die obligatorische Italienrunde während der Wiesnzeit, Ende Oktober ca in D noch ein paar Freunde bis an die Ostsee besuchen. weiterhin allen eine Gute Fahrt und immer oben sitzen bleiben.
Ciao vom Willibaer
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#2
Danke für die Berichte. Dann genieße erst einmal das heimatliche Gefilde und pfleg die ELFE und den verwegenen Fahrer, damit die nächsten Touren auch perfekt über die Bühne gehen. Hut ab sag ich mal an dieser Stelle vor dieser Leistung als bekennender Sonntagsfahrer... Freue mich auf Bebra in 2020!
Guzz on!
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#3
Hallo Willibaer
 
Habe Deine Beiträge immer schon ungeduldig erwartet. Respekt für die Tour! Und danke, dass Du Dir hier die Mühe gemacht hast, uns an Deiner tollen Reise teilhaben zu lassen. Drei Umfaller auf der gesamten Tour ist doch eine super Bilanz. Das habe ich in 2 ½ Wochen letzten September in Rumänien geschafft ? Die Berichte über die Begegnungen und positiven Erfahrungen insbesondere die ausgeprägte Hilfsbereitschaft der Menschen haben mich stark an meine vergleichsweise kurze Reise nach Rumänien erinnert. War eine herausragende Erfahrung. Als Alleinriesender ist man noch eher auf fremde Hilfe angewiesen.
 
Spannend fand ich auch, dass Ihr nach der Krim durch die Ukraine weitergefahren seid. Ich wurde bisher ausdrücklich davor gewarnt. Aber scheinbar war es bei Euch problemlos.
 
Ich plane eine ähnliche Tour für die 2. Hälfte 2020 oder ab Frühjahr 2021. Habe die Freigabe für max. drei Monate und möchte bis ans Kaspische Meer. Start hier in CH – entlang der Adriaküste Richtung Süden – dann mitten durch die Türkei und nach Georgien einreisen. Georgien etwas näher erfahren und via Aserbaidschan ans Kaspisches Meer – evtl. vorher noch einen kurzen Abstecher nach Iran – danach auf die Krim – und ähnlich wir Ihr zurück.
 
Mir fallen spontan schon gleich ein paar Fragen ein, deren Beantwortung mir bei meiner Reisevorbereitung helfen würde.
 
Da wäre zunächst die Frage nach der besten Reisezeit:
 
Ich könnte in 2020 voraussichtlich frühestens ab Ende Juli starten und wäre dann nach Plan spätestens Ende September zurück. Du bist ja bereits im Mai gestartet. War das eine bewusste Entscheidung hinsichtlich optimaler Reisezeit oder aus anderen terminlichen Gründen?
 
Welche formalen Vorbereitungen für die Einreise nach Russland habt ihr getroffen?
 
Wie habt Ihr das mit dem Visum für Russland geregelt? Wohne zwar in der Schweiz, bin aber Deutscher – deshalb könnte ich von Euren Erfahrungen lernen. Welche Dokumente benötigt man zusätzlich? Habe gelesen, dass man Hotelbuchungen vorweisen muss. Stelle ich mir das schwierig vor, es so genau abzuschätzen, wann man nach Russland einreist und welche Halts man später macht. Oder habt Ihr ein Hotel erst kurz vorher von Georgien aus gebucht? Ausserdem benötigt man wohl auch eine schriftliche Einladung. Hattet Ihr dazu externe Hilfe (eine Agentur) oder so – könnt Ihr mir die empfehlen.
 
Krankenversicherung mit Bestätigung, dass im Krankheitsfall ein Rücktransport übernommen wird, ist klar. Grüne Versicherungskarte ebenfalls.
 
Brauchtet Ihr einen Internationalen Führerschein und musste der ins Russisches übersetzt sein?
 
Habe ich etwas Wesentliches vergessen?
 
Zur Einreise in die Ukraine soll u. U. ein Nachweis erforderlich sein, dass man den Aufenthalt finanzieren kann? Dazu habe ich aber in den offiziellen Quellen bisher nichts gefunden. Hattet Ihr so etwas dabei? Kontoauszug einer Kreditkarte oder so?
 
Wenn Du vor der Wiesn Richtung Italien flüchtest komme ich gerade von dort zurück. Fahre am 6.9 los und will Italien in 2 ½ Wochen einmal möglichst nah an der Küste umrunden – sozusagen Stiefel runter – Stiefel rauf.
 
Beste Grüsse aus der Schweiz,
Michael
Michael
_________________________________________________________________________
V85TT - #2157
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#4
Hallo Michael,
hast eine PN bekommen.
Gruß Willibaer
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#5
Hallo Willi,

schön zu lesen das Ihr, Gerd und Du, euren erlebnisreichen Schwarzmeer-Trip gut überstanden habt.
Es war sicherlich ab und zu mal fordernd aber die Hauptsache ist das die positiven Eindrücke überwiegen.

Vielen Dank mit deinen Berichten
und viel Spaß mit neuen Kurven suchen in Sep. in Italien...

Gruß Ines&Karsten
15.-17.5.2020 Stelvio & Friends-Treffen in Bebra
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#6
Servus Willi !

Immer wieder genial deine Reiseberichte zu lesen ! Freue mich schon auf Bebra wenn es dazu auch noch Bilder gibt Smile 
Bin übrigens z.Zt. zur Kur in Bad Wildungen, das ist in der nähe von Bebra.
Bin mit der Stelvio angereist und erkunde an den Wochenenden die Umgebung Angel 
Gruß
Wilfried
Stelvio blau Bj 2015
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#7
Hallo Willi,

konnte Deine Berichte auch kaum erwarten und habe "mitgefiebert". Schön, dass Ihr alles gut zu Ende gebracht habt.

In der Zwischenzeit war ich mit Karin und unserer Stelvio auch in Rußland, ist schon irgendwie "besonders". Confused

Wir freuen uns auf Deinen Bildreport im nächsten Jahr in Bebra!


Viele Grüße

Karin und Klaus
Suzuki GT 550A (ex)
V 50 III (ex)
850 T4 (Erstbesitz, seit 1983!)
Stelvio NTX (seit 2016)
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